The Mooncalf Inside

Reverend ‘s becoming a mooncalf

Carving this little calf since February to give you a picture of my insides

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Nichts wird gut

Sagt, – schreibt was Ihr wollt. Nennt mich herzlos oder ignorant.

Ich bin nicht geschockt.

Aber: Das, was gestern in Paris passierte, dieser Horror, dieser Rückfall in die Bronzezeit (Oder der Schritt in eine “neue” Zeit?), diese furchtbaren Taten und die grenzenlose Trauer der Hinterbliebenen sind seit gefühlter Ewigkeit traumatisierender Alltag für den friedliebenden Menschen in Nigeria, für die Eltern der Opfer des Drogenkriegs in Mexico, für die Iraker seit dem ersten Golfkrieg, für die afghanischen Bürger seit der Machtübernahme der Taliban, für die Syrer seit dem Befreiungskampf, den wir so hoffnungsvoll arabischer Frühling nannten, für die Libyer, die wir nach unseren heldenhaften Luftangriffen das Chaos hinterließen, für den zerissenen Sudan und das in von Schreckensherrschern zerstückelte Somalia und nicht zuletzt für den israelischen Bürger, der täglich sein Mitmenschen mit höchstem Misstrauen beobachtet, weil er ihn mit einem Messer an die Gurgel springen könnte. Es gibt so viele die ich vergesse. So viele. Das macht mich traurig.

Und ich bin mitschuldig an all diesen Toten, an der Trauer der Hinterbliebenen, weil ich wie die Made im Speck von einer Zeit und in einem System lebe, dass all diesen Horror produziert.

Ich bin mitschuldig, weil ich nicht entschlossen genug gegen diesen über Leichen gehenden Massenwahn angetreten bin, der sich Religion nennt.

Ich bin mitschuldig, weil ich nicht entschlossen genug gegen diese Tötungsmaschine Kapitalismus kämpfe.

Ich bin mitschuldig, weil ich nicht entschlossen gegen den Militarismus und die Kriege gekämpft habe, die ebenfalls Öl auf das Feuer der hazardierenden Mörder sind.

Und das Schlimmste: In nicht allzu ferner Zukunft werde ich mein Leben weiter so führen, als wenn es diesen Schrecken nicht gibt.

Die größte Angst, die wir nun haben sollten, ist die vor unseren eigenen Affekten: Mit Schrecken – und die Bilder sind wieder da – denke ich an den sinnlosen Überfall der Amerikaner auf Afghanistan nach dem 11. September 2001 und die Kriege im Irak.

Diese Spirale muss ein Ende haben.

Nein! Ich bin nicht geschockt. Ich bin traurig wegen all der unglücklichen Hinterbliebenen.

Nichts wird gut.

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Best music of 2014 so far (I’m sure I missed a lot)

These are my best records in 2014 in alphabetical order. It feels like a crime rating these works.

Alien Ensemble – Alien Ensemble
Allah-Las – Worship The Sun
Ambarchi, O’Malley, Dunn – Shade Themes from Kairos
Amen Dunes – Love
Amps for Christ – Canyons Cars and Crows
Bill Frisell – Guitar in the Space Age!
Carla Bozulich – Boy
Craig Leon – Anthology of Interplanetary Folk Music Vol. 1
Damien Jurado – Brothers And Sisters Of The Eternal Son
Dean Blunt – Black Metal
Ensemble Dissonanzen – Dissonanzen
Foxygen – …And Star Power
Howard Eynon – So What If I’m Standing In Apricot Jam
Hyperdub 10.4
Imelda May – Tribal
John Cage – Early Electronic & Tape Music
Klaus Grobe – Im Sinne der Zeit
Leonard Cohen – Popular Problems
Lydia Lunch & Cypress Grove – A Fistful of Desert Blues
Martoc – Music for Alien Ears
Nikki Lane – All or Nothin’
Nikki Sudden – Fred Beethoven
Parquet Courts – Sunbathing Animal
Pere Ubu – Carnival of Souls
Pete Molinari – Theosophy
Roll The Dice – Until Silence
Sleaford Mods – Divide and Exit
Steve Gunn & Mike Cooper – Cantos de Lisboa
Sun Ra – In The Orbit Of Ra
Sunn O))) & Ulver – Terrestrials
Swans – To Be Kind
The Brian Jonestown Massacre – Revelation
The John Lurie National Orchestra – The Invention of Animals
The London Dirthole Company And Friends – The Sounding Alley Tapes
The Secret Sisters – Put Your Needle Down
together PANGEA – Badillac
Vintage Caravan – Voyage
White Fence – For The Recently Found Innocent
Woods – With Light And With Love
Zeitkratzer – Metal Machine Music

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Klangschaftt #006 – Konrath A. – Lethal Adherence – Tödliche Anhaftung oder Die Erhängte

Klangepisode auf ein Gedicht:

Die Erhängte

Sturm ist es, der mich ruft zu Dir.
Reich mir Deine kalten Hände.
Dem schwarzen Haar entrinnt der Regen.
Bleich neigst Du Dein Gesicht zu mir.

Blickst an mich aus nachtdunklen Augen.
Da wo Du bist,
Hol ich Dich niemals wieder her.
Für uns gibt es kein Morgen.

Der Wind singt Dir ein lautes Lied
Und wiegt dich wild. Nein,
Wirft Dich hin und her,
Als tanzt ihr beide zügellos.

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BEING PHILOTAS – Wofür es sich zu sterben lohnt

Bevor ich etwas zu diesem Stück meine und schreibe, gibt es erst eine Stellungnahme:

Es scheint fast, dass ich Haus- und Hofberichterstatter des Analogtheaters, der Truppe um Daniel Schüssler bin, weil hier in meinem Blog keine anderen Stellungnahmen zu anderen Stücken zu lesen sind.

Das hat wichtige Gründe:

  • Andere Truppen bekommen die Resonanz, die sie verdient haben. Um nur eine herauszugreifen, die ich ebenfalls schätze – Rimini Protokoll – wird bei den Profis (zu Recht) gefeiert. Das Analogtheater dagegen bekommt nicht die Resonanz, die es verdient. Mein Impuls ist ein gewisser Gerechtigkeitssinn. Das Analogtheater bekommt übrigens endlich Förderungen von Kulturinstitutionen.
  • Ich mag diese Truppe, bin langsam vertraut mit einem Teil ihres Kanons an Stil- und Ausdrucksmitteln.
  • Teilt die Truppe mit mir Fragen, die mich dauernd beschäftigen.
  • Macht es mir Spaß, mich daran zu reiben und abzuarbeiten.

Kurz: Es gibt keine Abhängigkeit zwischen mir und diesem Theater außer Interesse und Genuss.

Aber nun zur Premiere vom 4. September

Was? War? Das?

Zur Klärung. Gotthold Ephraim Lessing veröffentlichte diesen Einakter anfangs unter einem Pseudonym. Denn was er da schrieb, war neu und gewagt, zerstörte er mit diesem Stück die Darstellung von Helden, wie sie damals von den Zeitgenossen erwünscht war. Ein naiver, aufbrausender Jüngling kratzte da schon ordentlich am Mythos des reinen Helden. Das Stück fiel bei der damaligen Kritik im Großen und Ganzen durch. Auch der kriegsmüde König passte so nicht in die damalige Zeit und war sicher Lessings Stellungnahme zum Siebenjährigen Krieg. Ein Pazifist war er sicher nicht, aber dem Stück Verklärung kriegerischen Heldenmutes vorzuwerfen, geht an der Absicht dieses kleinen Dramas vorbei.

Und hier steigt das Analogtheater ein. Nicht ein kleiner Wortfetzen des Originals wird gesprochen. Nicht einmal die Protagonisten tauchen auf. Nur die Dramaturgin Sandra Röseler, die mit einer Tafel „Einführung“ wie eine Fremdenführerin mit zufällig(?) ausgewählten Zuschauern auf die Galerie marschiert, gibt eine kurze Inhaltsangabe des Dramas von Lessing.

Aber noch mal von vorne:

Ich kam arg früh zur Studiobühne und man sagte mir, dass ich über die Galerie die Spielstätte betreten solle. Ich war der erste Zuschauer. Hier erlebte ich unvermittelt den Laborcharakter des Stückes. Es gibt mehrere Bühnen oder auch gar keine. Die meist bespielte Fläche ist der Boden, auf dem Sitz- und Liegegelegenheiten für die Zuschauer aufgestellt wurden, die im Übrigen später ausdrücklich aufgefordert werden, sich frei zu bewegen. Allein die Musiker der Weltausstellung haben so etwas wie eine Bühne und Podeste. Einige große Bäume aus weißer Pappe sind aufgestellt und alles ist etwas blumig – ein Gartenlabor. Teil des Bühnenbildes sind ebenfalls Beleuchtung (Ennelin Reich), Technik (Giovanna Gilges), eine kleine Theke mit Suppe und Getränke. Dahinter bedienen uns die Bühnen- (Marina Schütte) und Kostümbildnerin (Pina Starke), Es ist auf eine gemütliche Art provisorisch.

Die Mitspieler – die Grenzen zwischen den einzelnen Funktionen wie Bühnenbildner, Schauspieler, Musiker verschwimmen so, dass ich nicht Schauspieler sagen kann – werkeln auf dem Boden an einem Kreuz und tackern Zettel darauf fest. Herr Schüssler hebt dieses Kreuz und schlägt es auf den Boden. Oder ist es das Schwert des Aridäus mit dem Philotas sich entleibt? Die Musiker stimmen mit der Technik und den Sprechern das Klangbild ab. Während dieser Vorbereitungen(?) trudeln die Zuschauer ein und machen es sich bequem. Jeder Zuschauer bekam einen Stift und einen Zettel in die Hand gedrückt, um das zu notieren, von dem er erlöst werden möchte. Denn das war die zweite Frage, an der sich das Analogtheater abarbeitete. – Erlösung.

Nach einer Weile lädt Herr Schüßler die Zuschauer zu einer Suppe ein. Die tatsächlich an der kleinen Theke serviert wird, weil wir zusammen die Suppe auslöffeln sollen, wie er betont.

Darauf beginnt das Stück mit der erwähnten Einführung, hat aber gefühlt bereits begonnen.

Danach gibt es so etwas wie eine Revue über das Grundthema des Stückes, eben die Frage wofür es sich zu sterben, also auch zu leben lohnt. Die Frage, wie es überhaupt möglich sei, Sinn zu stiften in einem Leben, in dem der Konsum uns scheinbar alle Möglichkeiten uns zu „verwirklichen“ gibt, dafür aber einen hohen Preis fordert. Er nimmt uns die Leidenschaften.

Diese Revue besteht unter anderen aus Filmen, Monologen, Liedern, Tänzen und kurzen Dialogen. In einem Film stolpert anscheinend ziellos Daniel Schüßler durch das Rom während der letzten Papstwahl. Die Kamera wird auf die gespannten Gesichter der Wartenden gerichtet. Sehnsucht – auch ein Thema des Stückes – und besonders Erlösung ist das, was sie erwarten.

Dann gibt es noch einen lustigen und penetranten Film mit einem doofen Als-ob-Inder und Hakenkreuzen, nachdem Herr Schüßler sich in einem Monolog mal wieder am Nationalsozialismus empor polemisierte. Ich hoffte eigentlich, dass dieses Thema mit Riefenstahl abgearbeitet wäre. Naja, da muss er wohl durch, obwohl mich das Thema (unter anderen auch bei Jonathan Meese) ermüdet. Aber ich mag ja auch keinen Wagner …

Wie auch immer: Ohne jetzt auf alle Szenen eingehen zu wollen, wie zum Beispiel das wunderbare Duett von Sandra Röseler (tanzt) und Vander Wingen (singt) und das herzzerreißende Flehen Dorothea Förtschs nach Liebe, Sinn und Freundschaft, kann und will ich nur berichten, dass ich mich prächtig unterhalten habe.

Ebenfalls bringt Yuta Hamaguchi mit seinen träumerischen und zuweilen wilden Tanzfiguren ein starkes lyrisches Element in die ganze Aufführung.

Das Finale hat eine besondere Erwähnung verdient. Alle Zuschauer werden aufgefordert, die Studiobühne zu verlassen und den Akteuren hinaus zu folgen. Nach kurzem Marsch mit dem Kreuz voller Zettel mit Erlösungswünschen an der Spitze betreten wir den Hof der Studiobühne mit einer eigenartigen Szene. Zwei Priesterinnen / Schamaninnen mit Masken stehen an einem Fass, in dem ein Feuer lodert. Herr Schüssler erlöst uns und das Stück ist zu Ende. Wie er das macht, das seht euch mal schön selbst an. – Nur eins: Er wollte endlich von seinem ständigen Drang in SS-Uniform Bäume umarmen zu wollen erlöst werden. Na, da bin ich mal gespannt.

Was gibt es noch zu schreiben? Die von mir sehr geschätzte Truppe Weltausstellung – Spezialisten für elektroakustische Improvisationen im Ensemble – hat ebenfalls Außerordentliches geleistet. Die Zusammenarbeit mit der Regie und den Mitspielern war aus einem Guss. Es war keine Bühnenmusik im eigentlichen Sinne, sondern eine echte Kommunikation mit allen Beteiligten inklusive der Zuschauer. Besonders schön war die Idee mit den Kieselsteinen. Auch das seht ihr euch besser selbst an.

Nach dieser Vorstellung musste ich leider schnell fort, weil mich eine kleine Bronchitis quälte. Ein wenig glücklicher als vor dem Stück war ich nachher schon.

Den letzten Satz im Trauerspiel Lessings hat Aridäus, der König, in dessen Gefangenschaft sich Philotas umbrachte: „Glaubt ihr Menschen, dass man es nicht satt wird?“

Alle, die gestern in der Studiobühne waren, werden ihm heftig widersprechen.

Infos – Studiobühne Köln – PHILOTAS

 

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Black Joe Lewis – Electric Slave (Vagrant Records, 27. August 2013)

Black Joe Lewis

Als dieser Kerl mit erbarmungsloser Wucht in meine Sammlung mit seinen Komplizen Walter Daniels und Jack Oblivian und dem hirnzerfetzenden und Tanzdielenzerstampfer „Boogie“ landete, war ich schier fassungslos über diese rohe Gewalt, diese Rotzigkeit und ein Selbstbewusstsein, direkt geerbt von den Göttern des Rythm’n’Blues. Seitdem hat es einige Alben und dies und das gegeben. Alles verdammt gut. Aber was er jetzt mit Electric Slave abgelegt hat, wird mit Sicherheit die aktuelle Avantgarde des blues- und blutgetränkten modernen Rhythm’n,Blues und Garage Rock in Aufregung versetzen.

Was? Ist? Das?

Erster Track Skulldiggin kommt mit einem fuzzgetränkten Rachebass über dich wie die guten alten Killdozer – nur mit einem Groove der dich unweigerlich nach Luft schnappen lässt. Was ein mächtiges Intro.

Dieses Meisterwerk wird von einem bösartigen Boogiestakkato namens Young Girls hinweggejagt. Hier präsentiert dieser Höllenhund seine Shouterqualitäten, auf die noch ein Little Richard neidisch sein dürfte.

Und nun walzt es weiter mit Dar Es Salam. Die Honeybears spielen so tight wie die verschwitzte Arschritze von Jennifer Lopez. Was eine Bläsesektion und was ein Drummer. Da passt nichts mehr zwischen. Mit dem Sound kann man Kokosnüsse knacken.

In „My Blood Ain’t Runnin’ Right“ hören wir wo er her kommt. Das ist ein Slow Burner aus dem Süden, der auch einem James Brown gut gestanden hätte. Schließlich kommt Mr Lewis aus Austin/TX. Und diese Wurzeln zeigt er an jeder Stelle. Stellenweise verlässt er zum sicheren Verdruss der Fuzzfraction das Genre Garage fast völlig wie auf „Come To My Party“, eine klassische End-Sechziger-Southern-Funk-Nummer. Aber genau so muss es sein.
Doch sein wahres Metier ist der Blues am liebsten Uptempo, verzerrt und laut.Überall bellt er mit bluesgetränkten Shouts Befehle an die Band und die Zuhörer. Es ist eine pure Wonne.

Anspieltipps: Skulldiggin, Young Girls, The Hipster, Dar Es Salam – ach was, das ganze Album.

Freunde von James Brown, JC Brooks, Ghetto Ways, Dts, Dirtbombs und Oblivians: Hörpflicht.

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Der dritte Stapel Bilder

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Groß und Klein, Hell und Dunkel

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Das Grüne Kleid

Manchmal ist alles so düster, dass mir nur noch eine Gegenwehr bleibt:
Ich stelle mir vor eine junge Frau, manche würden noch Mädchen sagen. Doch fünfundzwanzig ist sie sicher schon. Rotes Haar trägt sie zu einem Pferdeschwanz gebunden. Ihre Haut ist hell und rosig wie Wildrosen und Sommersprossen schmücken Nasenrücken und Wangen. Ein grünes Kleid bis zu den Knien trägt sie mit weißen Punkten und einem schmalen weißen Kragen. Sie weht an mir vorbei mit einem winzigen Lächen auf ihren vollen Lippen. – Verschwindet um die nächste Häuserecke.
Dann bin ich wieder fröhlich.

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Willis Earl Beal – Monotony – YouTube

Willis Earl Beal – Monotony – YouTube.

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