Black Joe Lewis – Electric Slave (Vagrant Records, 27. August 2013)

Black Joe Lewis

Als dieser Kerl mit erbarmungsloser Wucht in meine Sammlung mit seinen Komplizen Walter Daniels und Jack Oblivian und dem hirnzerfetzenden und Tanzdielenzerstampfer „Boogie“ landete, war ich schier fassungslos über diese rohe Gewalt, diese Rotzigkeit und ein Selbstbewusstsein, direkt geerbt von den Göttern des Rythm’n’Blues. Seitdem hat es einige Alben und dies und das gegeben. Alles verdammt gut. Aber was er jetzt mit Electric Slave abgelegt hat, wird mit Sicherheit die aktuelle Avantgarde des blues- und blutgetränkten modernen Rhythm’n,Blues und Garage Rock in Aufregung versetzen.

Was? Ist? Das?

Erster Track Skulldiggin kommt mit einem fuzzgetränkten Rachebass über dich wie die guten alten Killdozer – nur mit einem Groove der dich unweigerlich nach Luft schnappen lässt. Was ein mächtiges Intro.

Dieses Meisterwerk wird von einem bösartigen Boogiestakkato namens Young Girls hinweggejagt. Hier präsentiert dieser Höllenhund seine Shouterqualitäten, auf die noch ein Little Richard neidisch sein dürfte.

Und nun walzt es weiter mit Dar Es Salam. Die Honeybears spielen so tight wie die verschwitzte Arschritze von Jennifer Lopez. Was eine Bläsesektion und was ein Drummer. Da passt nichts mehr zwischen. Mit dem Sound kann man Kokosnüsse knacken.

In „My Blood Ain’t Runnin’ Right“ hören wir wo er her kommt. Das ist ein Slow Burner aus dem Süden, der auch einem James Brown gut gestanden hätte. Schließlich kommt Mr Lewis aus Austin/TX. Und diese Wurzeln zeigt er an jeder Stelle. Stellenweise verlässt er zum sicheren Verdruss der Fuzzfraction das Genre Garage fast völlig wie auf „Come To My Party“, eine klassische End-Sechziger-Southern-Funk-Nummer. Aber genau so muss es sein.
Doch sein wahres Metier ist der Blues am liebsten Uptempo, verzerrt und laut.Überall bellt er mit bluesgetränkten Shouts Befehle an die Band und die Zuhörer. Es ist eine pure Wonne.

Anspieltipps: Skulldiggin, Young Girls, The Hipster, Dar Es Salam – ach was, das ganze Album.

Freunde von James Brown, JC Brooks, Ghetto Ways, Dts, Dirtbombs und Oblivians: Hörpflicht.

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