Jessy! Hol Hilfe!

Meine schwarze Hündin Jessy (a.b.a. Frau Lampe) und ich waren auf unserem Morgensparziergang bereits auf dem Rückweg.

Aufmerksame Frau Lampe

Aufgeregt sprang sie ins Gebüsch, stob wieder hinaus, schnüffelte aufgeregt am Gestrüpp. Sie schaute zu mir, anscheinend ratlos, was sie nun machen solle. Ich ging rasch zu ihr und beäugte die Stelle. Das Gestrüpp bebte und raschelte. Irgend etwas war dort geschäftig. Ein Maulwurf war es wohl kaum, weil der sich schon längst wieder in seinen Bau zurückgezogen hätte. Es sei denn … ...  Weiter lesen

Der Tod des Vogels

Ein Sturm bläst ums Haus. Noch vor wenigen Minuten schlug eine Windbö eine Singdrossel gegen die große Fensterscheibe meines Wohnzimmers. Das arme Tier starb in meinen Händen. Der Tod ist solch ein Arschloch, die Natur seelenlos und brutal. Und wie schnell wir aus dem Leben geworfen werden können allein durch den Wind. Mehr braucht es nicht. – Pass auf Euch auf.

Requiem für einen Singvogel
Er durchbläst deinem Flaum
Er blies dich hinaus
Aus diesen Traum
Den wir Leben nennen
Und aus dem wir erwachen ins Nichts

Short thoughts on socialism vs. neoliberalism

There is no neoliberalism vs. socialism game where someone wins the cup.

That is a complete misunderstanding or rather said denial of the reality of antagonisms between employee and employer, ever growing capital and limited resources in a capitalistic society. A corporate society is nothing more or less than a variety of capitalism to blur this antagonisms to the advantage of the stakeholders of this system. Neoliberalism as a variety of capitalism believes (yes, it’s a religion) in or claims the inexhaustibility of resources and the unlimited growth of capital Both is simply stupid because it does it for the sake of extincting the human race and destroying this planet.

Socialists don’t eat this bullshit.
That’s it.

Nichts wird gut

Sagt, – schreibt was Ihr wollt. Nennt mich herzlos oder ignorant.

Ich bin nicht geschockt.

Aber: Das, was gestern in Paris passierte, dieser Horror, dieser Rückfall in die Bronzezeit (Oder der Schritt in eine „neue“ Zeit?), diese furchtbaren Taten und die grenzenlose Trauer der Hinterbliebenen sind seit gefühlter Ewigkeit traumatisierender Alltag für den friedliebenden Menschen in Nigeria, für die Eltern der Opfer des Drogenkriegs in Mexico, für die Iraker seit dem ersten Golfkrieg, für die afghanischen Bürger seit der Machtübernahme der Taliban, für die Syrer seit dem Befreiungskampf, den wir so hoffnungsvoll arabischer Frühling nannten, für die Libyer, die wir nach unseren heldenhaften Luftangriffen das Chaos hinterließen, für den zerissenen Sudan und das in von Schreckensherrschern zerstückelte Somalia und nicht zuletzt für den israelischen Bürger, der täglich sein Mitmenschen mit höchstem Misstrauen beobachtet, weil er ihn mit einem Messer an die Gurgel springen könnte. Es gibt so viele die ich vergesse. So viele. Das macht mich traurig.

Und ich bin mitschuldig an all diesen Toten, an der Trauer der Hinterbliebenen, weil ich wie die Made im Speck von einer Zeit und in einem System lebe, dass all diesen Horror produziert.

Ich bin mitschuldig, weil ich nicht entschlossen genug gegen diesen über Leichen gehenden Massenwahn angetreten bin, der sich Religion nennt.

Ich bin mitschuldig, weil ich nicht entschlossen genug gegen diese Tötungsmaschine Kapitalismus kämpfe.

Ich bin mitschuldig, weil ich nicht entschlossen gegen den Militarismus und die Kriege gekämpft habe, die ebenfalls Öl auf das Feuer der hazardierenden Mörder sind.

Und das Schlimmste: In nicht allzu ferner Zukunft werde ich mein Leben weiter so führen, als wenn es diesen Schrecken nicht gibt.

Die größte Angst, die wir nun haben sollten, ist die vor unseren eigenen Affekten: Mit Schrecken – und die Bilder sind wieder da – denke ich an den sinnlosen Überfall der Amerikaner auf Afghanistan nach dem 11. September 2001 und die Kriege im Irak.

Diese Spirale muss ein Ende haben.

Nein! Ich bin nicht geschockt. Ich bin traurig wegen all der unglücklichen Hinterbliebenen.

Nichts wird gut.

Klangschaftt #006 – Konrath A. – Lethal Adherence – Tödliche Anhaftung oder Die Erhängte

Klangepisode auf ein Gedicht:

Die Erhängte

Sturm ist es, der mich ruft zu Dir.
Reich mir Deine kalten Hände.
Dem schwarzen Haar entrinnt der Regen.
Bleich neigst Du Dein Gesicht zu mir.

Blickst an mich aus nachtdunklen Augen.
Da wo Du bist,
Hol ich Dich niemals wieder her.
Für uns gibt es kein Morgen.

Der Wind singt Dir ein lautes Lied
Und wiegt dich wild. Nein,
Wirft Dich hin und her,
Als tanzt ihr beide zügellos.

Das Grüne Kleid

Manchmal ist alles so düster, dass mir nur noch eine Gegenwehr bleibt:
Ich stelle mir vor eine junge Frau, manche würden noch Mädchen sagen. Doch fünfundzwanzig ist sie sicher schon. Rotes Haar trägt sie zu einem Pferdeschwanz gebunden. Ihre Haut ist hell und rosig wie Wildrosen und Sommersprossen schmücken Nasenrücken und Wangen. Ein grünes Kleid bis zu den Knien trägt sie mit weißen Punkten und einem schmalen weißen Kragen. Sie weht an mir vorbei mit einem winzigen Lächen auf ihren vollen Lippen. – Verschwindet um die nächste Häuserecke.
Dann bin ich wieder fröhlich.